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Strömungswächter-Alarm am Kaltwassersatz: Ursachen und Lösungen
Strömungswächter-Alarm am Kaltwassersatz: Ursachen und Lösungen

Strömungswächter-Alarm am Kaltwassersatz: Ursachen und Lösungen

Ein Strömungswächter-Alarm gehört zu den häufigsten Gründen, warum ein Kaltwassersatz plötzlich abschaltet. Die Steuerung meldet „Flow Alarm“, „Low Water Flow“ oder einen herstellerspezifischen Code, der Verdichter geht aus und die Produktion oder Klimatisierung steht. Die gute Nachricht: In vielen Fällen liegt die Ursache nicht im Chiller selbst, sondern im Wasserkreislauf. In diesem Artikel zeigen wir, warum der Strömungswächter auslöst, was Ihr Betriebspersonal gefahrlos prüfen kann und ab wann ein Kältetechniker gebraucht wird.

Warum ein Kaltwassersatz einen Strömungswächter braucht

Der Verdampfer eines Kaltwassersatzes kühlt Wasser oder Glykolgemisch auf typischerweise 6 bis 12 °C. Fließt zu wenig Medium durch den Wärmetauscher, sinkt die Temperatur an den Platten oder Rohren sehr schnell unter den Gefrierpunkt. Eis im Plattenwärmetauscher kann ihn innerhalb von Minuten aufreißen, und dann gelangt Wasser in den Kältekreis. Die Reparatur kostet in so einem Fall schnell mehr als der gesamte Jahresservice. Deshalb schaltet der Strömungswächter (Paddelschalter, Differenzdruckschalter oder elektronischer Durchflusssensor) den Verdichter ab, sobald der Volumenstrom unter einen Mindestwert fällt.

Ein Strömungswächter-Alarm ist also eine Schutzfunktion und kein Defekt an sich. Ihn zu überbrücken, um „erst einmal weiterzukühlen“, ist der teuerste Fehler, den man in dieser Situation machen kann.

Die häufigsten Ursachen für einen Durchflussalarm

UrsacheTypisches AnzeichenWer behebt es
Verschmutzter Schmutzfänger vor dem VerdampferDruckdifferenz über den Filter steigt, Alarm tritt nach Wochen schleichend aufBetriebspersonal (Reinigung nach Absperrung)
Luft im KreislaufGluckernde Geräusche, schwankender Pumpendruck, Alarm nach NachfüllenBetriebspersonal (Entlüften), bei wiederholtem Auftreten Service
Zu niedriger AnlagendruckManometer unter dem Sollwert, oft nach LeckageBetriebspersonal (Nachfüllen), Leck suchen lassen
Geschlossenes oder falsch eingestelltes VentilAlarm direkt nach Umbau oder WartungsarbeitenBetriebspersonal
Pumpe defekt oder falsche DrehrichtungPumpe läuft, aber Druckdifferenz fehlt; LagergeräuscheElektriker oder Service
Strömungswächter selbst defekt oder verstelltDurchfluss nachweislich in Ordnung, Alarm bleibtKälteservice
Zu hohe Glykolkonzentration oder zu kaltes MediumHöhere Viskosität, Alarm vor allem bei niedrigen TemperaturenKälteservice mit Glykolanalyse
Manometer und Rohrleitungen am Kaltwassersatz

Wie viel Durchfluss braucht Ihr Chiller?

Den erforderlichen Volumenstrom können Sie mit einer einfachen Formel abschätzen:

Q = P / (c · ΔT)

Dabei ist P die Kälteleistung in kW, c die spezifische Wärmekapazität des Mediums (Wasser ca. 4,19 kJ/kg·K, 30 % Glykol ca. 3,7 kJ/kg·K) und ΔT die Temperaturspreizung zwischen Vor- und Rücklauf.

Beispiel: Ein Kaltwassersatz mit 200 kW, reines Wasser, Spreizung 5 K. Q = 200 / (4,19 · 5) = 9,5 kg/s, also rund 34 m³/h. Misst Ihr Personal am Verdampfer nur noch 5 K Spreizung bei Volllast, passt der Durchfluss. Steigt die Spreizung bei gleicher Last auf 8 oder 9 K, fließt deutlich zu wenig Wasser, und der Strömungswächter wird bald auslösen. Mit unserem Glykol-Rechner können Sie die Werte für Glykolgemische prüfen.

Was Ihr Betriebspersonal selbst prüfen kann

  1. Alarmhistorie ablesen: Tritt der Alarm beim Start auf, während des Betriebs oder nur bei Teillast? Notieren Sie Uhrzeit und Betriebszustand.
  2. Pumpe kontrollieren: Läuft sie, ist der Motorschutz ausgelöst, stimmt die Drehrichtung nach Arbeiten an der Elektrik?
  3. Anlagendruck ablesen: Liegt der Druck am Manometer unter dem Sollwert, nachfüllen und anschließend auf Leckagen achten.
  4. Schmutzfänger reinigen: Abschnitt absperren, Sieb ausbauen und spülen. Bei neuen Anlagen ist das in den ersten Wochen oft mehrfach nötig.
  5. Ventile prüfen: Alle Absperr- und Regelventile im Verdampferkreis auf Stellung kontrollieren, insbesondere nach Umbauten.
  6. Entlüften: An den höchsten Punkten des Kreislaufs entlüften, danach Druck erneut prüfen.

Wenn der Alarm nach diesen Schritten wiederkommt, sollte der Kreislauf von einem Fachbetrieb untersucht werden. Mehrfaches Quittieren und Neustarten belastet den Verdichter und kann den Verdampfer gefährden.

Wann der Kälteservice ran muss

Ein Kältetechniker misst den tatsächlichen Durchfluss, die Druckdifferenz über den Verdampfer und vergleicht sie mit den Herstellerdaten. Er prüft den Strömungswächter auf Funktion und Schaltpunkt, kontrolliert die Glykolkonzentration und bewertet, ob der Verdampfer bereits verschmutzt oder verkalkt ist. Zeigt die Analyse, dass die Pumpe für die Anlage zu klein ist oder das Rohrnetz nach Erweiterungen nicht mehr passt, erhalten Sie eine konkrete Empfehlung statt eines Teiletauschs auf Verdacht.

Wichtig für Betreiber: Eingriffe in den Kältekreis dürfen nach der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 nur zertifizierte Fachkräfte vornehmen. Arbeiten am Wasserkreislauf, wie das Reinigen des Schmutzfängers, sind dagegen Aufgabe des Betreibers und erfordern keine Zertifizierung.

Was eine Diagnose kostet

Eine Diagnose vor Ort bei einem Strömungswächter-Alarm bieten wir ab 800 EUR netto an. Darin enthalten sind die Messung der Wasserseite, die Prüfung des Strömungswächters und der Steuerung sowie ein schriftlicher Befund. Weitere Arbeitszeit rechnen wir mit 115 EUR netto pro Stunde ab, die Anfahrt mit 0,75 EUR netto pro Kilometer. Eine Laboranalyse des Glykolgemischs kostet 295 EUR netto. Mehr zu unseren Leistungen finden Sie auf der Seite Chiller-Reparatur, eine Übersicht weiterer Störungsmeldungen in den Chiller-Alarmcodes.

Häufige Fragen zum Strömungswächter-Alarm

Darf ich den Strömungswächter überbrücken, bis der Service kommt?
Nein. Ohne Durchflussüberwachung kann der Verdampfer einfrieren und platzen. Die Folgeschäden am Kältekreis sind fast immer teurer als ein Tag Stillstand.
Warum kommt der Alarm nur im Winter?
Bei niedrigen Temperaturen steigt die Viskosität von Glykolgemischen, der Durchfluss sinkt. Oft ist die Glykolkonzentration zu hoch oder die Pumpe knapp ausgelegt.
Kann ein neuer Schmutzfänger den Alarm auslösen?
Ja. Bei neuen oder umgebauten Anlagen sammeln sich in den ersten Wochen Schweißperlen, Späne und Rost im Sieb. Regelmäßige Reinigung in dieser Phase ist normal.
Wie schnell können Sie vor Ort sein?
Das hängt vom Standort ab. Schreiben Sie uns die Anlagendaten, den Alarmcode und den Standort an info@chillerserwis.com, wir melden uns mit einem Termin.

Sie haben einen wiederkehrenden Durchflussalarm? Senden Sie uns Hersteller, Modell, Alarmmeldung und Standort über das Kontaktformular oder per E-Mail an info@chillerserwis.com. Wir sagen Ihnen, ob Ihr Personal die Ursache selbst beheben kann oder ob ein Einsatz nötig ist.

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