DiagnoseStettin (Szczecin), PolenMo bis Sa8:00 bis 16:00 MEZServicebasisWałsnów 22b, Polen
info@chillerserwis.com
Kaltwassersatz startet im Winter nicht: Störung oder kein Bedarf?
Kaltwassersatz startet im Winter nicht: Störung oder kein Bedarf?

Kaltwassersatz startet im Winter nicht: Störung oder kein Bedarf?

Im Winter melden sich viele Betreiber mit derselben Beobachtung: Der Kaltwassersatz steht auf dem Dach, die Steuerung ist eingeschaltet, aber der Verdichter startet nicht. Manchmal steht ein Alarm im Display, manchmal gar nichts. Bevor ein Techniker anfährt, lohnt sich eine einfache Frage: Ist das überhaupt eine Störung, oder hat der Chiller schlicht keinen Kältebedarf? In diesem Artikel zeigen wir, wie Sie das unterscheiden, welche winterlichen Ursachen typisch sind und was Ihr Personal vor dem Anruf prüfen kann.

Kein Bedarf oder echte Störung?

Ein Kaltwassersatz startet nur, wenn die Rücklauftemperatur über dem Sollwert plus Schaltdifferenz liegt. Im Winter ist die Last in Bürogebäuden und vielen Hallen gering, und das Wasser im Kreislauf bleibt oft von selbst unter dem Sollwert. Die Steuerung zeigt dann „Standby“, „No Load“ oder einfach die aktuelle Temperatur. Das ist normal.

Eine echte Störung erkennen Sie daran, dass ein Alarm ansteht, die Rücklauftemperatur deutlich über dem Sollwert liegt und der Verdichter trotzdem nicht anläuft, oder dass er startet und nach wenigen Sekunden bis Minuten wieder abschaltet.

Typische Ursachen im Winter

Kurbelwannenheizung war nicht in Betrieb

Viele Verdichter haben eine Kurbelwannenheizung, die das Öl warm hält und verhindert, dass sich Kältemittel im Öl anreichert. Wurde die Anlage über Wochen stromlos geschaltet, verriegelt die Steuerung den Start oft für 6 bis 24 Stunden nach dem Einschalten. Das ist eine Schutzfunktion. Wer sie umgeht, riskiert Ölschäume und einen Lagerschaden am Verdichter. Unser Rat: Die Hauptversorgung im Winter eingeschaltet lassen, auch wenn der Chiller nicht kühlen soll.

Niederdruckalarm bei niedriger Außentemperatur

Bei luftgekühlten Geräten sinkt mit der Außentemperatur auch der Verflüssigungsdruck. Ohne funktionierende Drehzahlregelung der Ventilatoren oder Verflüssigungsdruckregelung fällt der Saugdruck beim Start so weit ab, dass der Niederdruckschalter auslöst. Typisch ist ein Muster aus Start, Abschaltung nach kurzer Zeit und Alarm „LP“ oder „Low Pressure“. Hier muss ein Kältetechniker die Druckregelung und die Kältemittelfüllung prüfen.

Steuerplatine eines Kaltwassersatzes bei der Diagnose

Durchfluss und Frostschutz

Zu kaltes Glykolgemisch ist zähflüssiger, der Volumenstrom sinkt und der Strömungswächter verhindert den Start. Ist die Glykolkonzentration dagegen zu niedrig, besteht Frostgefahr für Verdampfer und Leitungen im Freien. Beides lässt sich mit einem Refraktometer schnell prüfen; genauer ist eine Laboranalyse. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Strömungswächter-Alarm und im Glykol-Rechner.

Freigabe aus der Gebäudeleittechnik fehlt

In vielen Gebäuden gibt die GLT den Chiller nach Zeitprogramm oder Außentemperatur frei. Nach Umstellungen auf Winterbetrieb fehlt diese Freigabe häufig. Der Chiller wartet dann korrekt auf ein Signal, das nie kommt.

Was das Personal prüfen kann und was der Service macht

PrüfpunktBetriebspersonalKälteservice
Display: Standby, Alarm oder Sperrzeit?Ja, ablesen und fotografierenAuswertung der Alarmhistorie
Spannungsversorgung, Sicherungen, Not-AusJa, SichtprüfungMessung unter Last
Freigabe aus GLT oder externem KontaktJa, mit Haustechnik klärenPrüfung der Schnittstelle
Pumpe und AnlagendruckJaDurchflussmessung
GlykolkonzentrationRefraktometer, falls vorhandenLaboranalyse, Korrektur der Mischung
Niederdruck, Verflüssigungsdruckregelung, FüllmengeNeinJa, zertifizierte Fachkraft nach F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573
Verdichter, Kurbelwannenheizung, SchützeNeinJa

Vorbeugen statt reparieren

Die meisten Winterstörungen lassen sich mit einer Herbstinspektion vermeiden: Glykol prüfen, Ventilatorregelung testen, Kurbelwannenheizung messen, Alarmhistorie auswerten und die Freigaben aus der GLT kontrollieren. Für Anlagen ab 5 t CO₂-Äquivalent ist ohnehin eine regelmäßige Dichtheitsprüfung vorgeschrieben, die sich gut mit dieser Inspektion verbinden lässt. Das passende Intervall berechnet unser F-Gase-Prüfintervall-Rechner.

Kosten einer Diagnose

Startet Ihr Kaltwassersatz trotz Bedarf nicht, bieten wir eine Diagnose vor Ort ab 800 EUR netto an, inklusive Auswertung der Steuerung, Druckmessung am Kältekreis und schriftlichem Befund. Zusätzliche Arbeitszeit kostet 115 EUR netto pro Stunde, die Anfahrt 0,75 EUR netto pro Kilometer. Details finden Sie auf der Seite Chiller-Reparatur.

Häufige Fragen

Mein Chiller zeigt keinen Alarm, startet aber nicht. Ist er defekt?
Nicht unbedingt. Liegt die Rücklauftemperatur unter dem Sollwert, gibt es keinen Kältebedarf. Prüfen Sie Sollwert, Ist-Temperatur und die externe Freigabe.
Wie lange muss die Anlage nach dem Einschalten warten?
Je nach Hersteller 6 bis 24 Stunden, damit die Kurbelwannenheizung das Öl erwärmt. Die genaue Zeit steht in der Betriebsanleitung.
Kann ich den Chiller im Winter ganz abschalten?
Das ist möglich, wenn der Kreislauf frostsicher ist oder entleert wurde. Lassen Sie aber die Versorgung der Kurbelwannenheizung eingeschaltet, wenn Sie kurzfristig wieder kühlen wollen.
Was brauchen Sie für eine schnelle Einschätzung?
Hersteller, Modell, ein Foto des Displays mit Alarmhistorie, die Außentemperatur und den Standort. Senden Sie die Angaben an info@chillerserwis.com.

Ihr Kaltwassersatz startet im Winter nicht und Sie sind unsicher, ob es eine Störung ist? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular oder an info@chillerserwis.com. Wir helfen Ihnen bei der Einordnung und planen bei Bedarf einen Einsatz.

Service anfragen