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GWP und CO2-Äquivalent Rechner

GWP und CO2-Äquivalent Rechner

Verschmutztes Verflüssigerregister eines luftgekühlten Chillers vor der Reinigung

Geben Sie Kältemittel und Füllmenge in kg ein und erhalten Sie das CO2-Äquivalent in Tonnen sowie das Intervall der Dichtheitsprüfung nach der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573.

CO2-Äquivalent und Prüfintervall

GWP-Werte: IPCC AR4, wie in der Verordnung (EU) 2024/573 verwendet. Maßgeblich ist die Gesamtfüllmenge der Anlage, alle Kältekreise zusammen.

Was das CO2-Äquivalent bedeutet

Das Treibhauspotenzial (GWP, Global Warming Potential) vergleicht die Klimawirkung eines Kilogramms eines Gases mit einem Kilogramm Kohlendioxid über 100 Jahre. Die F-Gase-Verordnung knüpft die Pflichten nicht an Kilogramm Kältemittel, sondern an Tonnen CO2-Äquivalent. Deshalb fallen 10 kg R404A und 58 kg R32 in dieselbe Kategorie, obwohl die zweite Anlage fast sechsmal so viel Kältemittel enthält.

Die Formel ist einfach:

t CO2-Äq. = Füllmenge in kg x GWP / 1000

Ein Beispiel: Ein luftgekühlter Chiller mit zwei Kältekreisen zu je 14 kg R410A enthält 28 kg. Mit einem GWP von 2.088 ergibt das 58,5 t CO2-Äquivalent, die Anlage liegt damit im Bereich von 50 bis 500 t: Dichtheitsprüfung alle 6 Monate, oder alle 12 Monate, wenn ein automatisches Leckage-Erkennungssystem installiert ist.

Prüfintervalle nach Verordnung (EU) 2024/573

CO2-Äquivalent der FüllmengeOhne Leckage-ErkennungssystemMit Leckage-Erkennungssystem
Unter 5 tKeine regelmäßige PrüfungKeine regelmäßige Prüfung
5 t bis unter 50 tAlle 12 MonateAlle 24 Monate
50 t bis unter 500 tAlle 6 MonateAlle 12 Monate
500 t und mehrAlle 3 MonateAlle 6 Monate, Leckage-Erkennungssystem Pflicht

Hermetisch geschlossene Anlagen, die entsprechend gekennzeichnet sind und weniger als 10 t CO2-Äquivalent enthalten, brauchen keine regelmäßige Dichtheitsprüfung. Die meisten Chiller sind im Sinne der Verordnung nicht hermetisch geschlossen, weil sie Serviceventile, Bördel- oder Lötverbindungen haben, die geöffnet werden können. Prüfen Sie die Dokumentation, bevor Sie sich auf diese Ausnahme verlassen.

Manometer im Kaltwasserkreis eines Chillers

So nutzen Sie den Rechner

  1. Wählen Sie das Kältemittel laut Typenschild. Steht es nicht in der Liste, wählen Sie „Anderes“ und geben Sie den GWP aus dem Sicherheitsdatenblatt ein, und zwar den AR4-Wert.
  2. Geben Sie die Gesamtfüllmenge der Anlage in kg ein. Nennt das Typenschild die Füllmenge pro Kältekreis, addieren Sie die Kreise.
  3. Geben Sie an, ob ein automatisches Leckage-Erkennungssystem installiert ist und ob die Anlage hermetisch geschlossen ist.
  4. Lesen Sie das CO2-Äquivalent, das Prüfintervall und die Füllmenge ab, bei der die Anlage in den nächsten Bereich wechseln würde.

Der letzte Punkt hilft bei der Planung einer Umrüstung. Eine Anlage, die von R404A auf R449A umgestellt wird, sinkt von GWP 3.922 auf 1.397, und dieselbe Füllmenge von 20 kg fällt von 78 t auf 28 t CO2-Äquivalent. Damit halbiert sich die Zahl der Pflichtprüfungen. Ein Wechsel auf ein Kältemittel mit niedrigem GWP erfordert eine technische Prüfung von Verdichter, Expansionsventil und Öl, er ist also nie nur eine Formalität.

Typische Füllmengen und Ergebnisse

Kleine Prozesskühler mit Scrollverdichtern enthalten meist 3 bis 15 kg Kältemittel, mittlere luftgekühlte Chiller für Gebäude 20 bis 80 kg und große Schrauben-Chiller 100 kg oder mehr. Bei R410A sind schon 2,4 kg gleich 5 t CO2-Äquivalent, praktisch jeder Chiller mit HFKW-Kältemittel braucht also regelmäßige Dichtheitsprüfungen. Bei R32 wird dieselbe Schwelle bei 7,4 kg erreicht, bei R134a bei 3,5 kg.

Praktische Hinweise

  • Bewahren Sie die Anlagenaufzeichnungen mindestens fünf Jahre auf: Kältemittelart und Menge, nachgefüllte und zurückgewonnene Mengen, Datum und Ergebnis der Dichtheitsprüfungen sowie den ausführenden Betrieb.
  • Nach der Reparatur einer Leckage muss die Reparatur innerhalb eines Monats erneut geprüft werden.
  • Eine Dichtheitsprüfung ist mehr als ein Blick auf die Rohre: Der Techniker prüft Verbindungen, Ventile, schwingungsbelastete Stellen und die Betriebswerte mit einem kalibrierten elektronischen Lecksuchgerät.
  • Sehen Sie sich die Historie des nachgefüllten Kältemittels an. Eine Anlage, die jede Saison nachgefüllt werden muss, hat eine Leckage, auch wenn sie noch niemand gefunden hat.

Den vollständigen Umfang einer regelmäßigen Prüfung finden Sie auf unserer Seite zur F-Gase Dichtheitsprüfung. Wenn Sie einen Plan für mehrere Anlagen auf einmal möchten, nutzen Sie den F-Gase Prüfintervall Rechner.

Techniker misst die Temperatur am Verflüssigerregister

Häufige Fragen

Welche GWP-Werte verwendet der Rechner?

Die Werte aus dem Vierten Sachstandsbericht des IPCC (AR4), die die F-Gase-Verordnung für das CO2-Äquivalent und die Schwellenwerte der Dichtheitsprüfung verwendet. Neuere IPCC-Berichte nennen etwas andere Zahlen, an der gesetzlichen Berechnung ändern sie aber nichts.

Muss ich die Füllmengen aller Kältekreise addieren?

Ja. Der Schwellenwert gilt für die Anlage, ein Chiller mit zwei unabhängigen Kältekreisen zählt also mit der Gesamtfüllmenge beider Kreise.

Braucht ein Chiller mit R290 oder R744 Dichtheitsprüfungen nach F-Gase-Verordnung?

Nein, das sind keine fluorierten Gase. Aus Sicherheitsgründen brauchen diese Anlagen trotzdem regelmäßige Inspektionen, und für R290-Anlagen gelten die Regeln für brennbare Kältemittel.

Was gilt als automatisches Leckage-Erkennungssystem?

Ein kalibriertes System, das Leckagen erkennt und den Betreiber alarmiert, zum Beispiel Kältemittel-Gassensoren im Technikraum oder ein System, das Drücke und Temperaturen im Kreislauf überwacht. Es muss selbst mindestens alle 12 Monate geprüft werden.

Dichtheitsprüfungen fällig?

Wir führen Dichtheitsprüfungen nach F-Gase-Verordnung mit kalibrierten Lecksuchgeräten durch und tragen die Ergebnisse in Ihre Anlagenaufzeichnungen ein.

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